Die Gewichtsabnahme bei Mann und Frau verläuft nicht immer gleich. Selbst wenn beide die Mahlzeiten gemeinsam einnehmen und genau das gleiche essen (art- und mengenmäßig) und auch die Prinzipien der Methode genau befolgen, kann es zu einer völlig unterschiedlichen Gewichtsabnahme kommen. Nach einigen Monaten hat der Mann beispielsweise zehn Kilo abgenommen, während die Frau nur drei Kilo verloren hat.

Die Frau denkt natürlich, dass die „Montignac-Methode bei Männern besser funktioniert als bei Frauen“ und vergisst dabei, dass ihre beste Freundin die ihr dazu geraten hat, das Buch zu kaufen) innerhalb von zwei Monaten problemlos acht Kilo abgenommen hat. Die Schlussfolgerung, die sie gezogen hat, war demnach ein bisschen voreilig. Die Unterschiede erklären sich dadurch, dass individuelle Faktoren die Gewichtsabnahme beeinflussen. Bei Frauen kann zum Beispiel eine unterschiedliche Sensibilität vorliegen, während zwischen Mann und Frau zahlreiche Unterschiede bestehen.

1. Frauen sind „fetter” als Männer
Die Frau besitzt eine größere Fettmasse als der Mann: 22 bis 25 % gegenüber 17 % (beim Mann). Dieser Unterschied ist auf eine höhere Anzahl an Fettzellen (Adipozyten) zurückzuführen.

2. Unterschiedliche Fettverteilung
Bei der Frau sammelt sich das Fett meistens im unteren Körperbereich, woraus Cellulitis entstehen kann. Beim Mann befindet sich die Fettmasse eher in der oberen Körperhälfte.

Diese besondere Fettverteilung bei der Frau (Oberschenkel, Hüften, Po) dient als Energiespeicher im Falle einer Schwangerschaft oder Stillperiode. Die Funktion der Reservebildung, die früher lebenswichtig war, um schlechte Zeiten (Hungersnöte…) zu überstehen, ist zwar heutzutage in den Industrieländern nicht mehr erforderlich, doch in vielen Fällen verfügt der weibliche Organismus immer noch über diesen Urreflex.

ln der unteren weiblichen Körperhälfte besitzen die Fettzellen besondere Rezeptoren, die gewissermaßen darauf „programmiert“ sind, Reserven zu bilden.
Deshalb kommt es in diesem Körperbereich nicht so schnell zu einer Gewichtsabnahme.

3. Erhöhte Sensibilität gegenüber Hormonen
Im Gegensatz zum Mann ist die Frau hormonellen Schwankungen ausgesetzt (Pubertät, Menstruation, Schwangerschaft, Menopause), die eine Gewichtszunahme begünstigen können.

Bei einigen Frauen ist zum Beispiel in den Tagen vor der Menstruation eine Zunahme des Appetits und ein starkes Verlangen nach Süßem zu verzeichnen.

Viele Frauen klagen in dieser Phase auch über leichte Depressionen, die auf einen Serotoninmangel zurückzuführen sind. Das Verlangen nach Süßem dient im Übrigen dazu, diesen Mangel wieder auszugleichen.

Wenn bestimmte Hormonbehandlungen nicht richtig durchgeführt werden, kann dies ebenfalls eine Gewichtszunahme begünstigen.

4. „Belastete Diätvergangenheit” der Frau
Im Allgemeinen machen Männer frühestens im Alter von fünfunddreißig bis fünfundvierzig Jahren ihre erste Diät, wenn sie eine radikale Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten vornehmen. Sie streben nicht nur eine Gewichtsabnahme an, sondern treiben auch wieder Sport, hören mit dem Rauchen auf und nehmen Änderungen im beruflichen Bereich und manchmal auch im Privatleben vor. Da es ihre erste Diät ist, reagiert der Organismus viel besser, so dass es schneller zu einer Gewichtsabnahme kommt.

Frauen zwingen sich dagegen viel früher (ab der Pubertät) und häufiger zu einer Diät. Sie möchten unbedingt wieder so dünn werden wie vor der Pubertät und zudem dem gängigen Schlankheitsideal in den Frauenzeitschriften entsprechen.

Die folgenden Jahre sind somit von kalorienreduzierten Diäten erfüllt. Durch die damit verbundenen Gewichtsschwankungen (Gewichtsverlust gefolgt von neuerlicher Gewichtszunahme) werden im Organismus bestimmte Regulationsmechanismen in Gang gesetzt, die bei jeder neuen Diät mit einer Bildung von Fettreserven reagieren.

Häufig kommt es sogar zu einer Vermehrung der Fettzellen, damit möglichst viele Reserven angelegt werden können. Es liegt also nicht nur Hypertrophie (Vergrößerung der Adipozyten) vor, sondern auch Hyperplasie (Bildung neuer Adipozyten).

5. Vorsicht vor Proteinmangel!
Im Gegensatz zu den Männern essen Frauen viel weniger Fleisch und Käse. Außerdem mögen viele von ihnen keine Eier. Diese Ernährungsgewohnheiten haben zur Folge, dass die Frauen häufig zu wenig Proteine zu sich nehmen und während einer Diät sogar an einem Mangel leiden. Wenn jedoch eine zu geringe Proteinzufuhr über die Nahrung erfolgt, wird die Gewichtsabnahme verzögert, da die Fatmasse langsamer abgebaut wird.

6. Stresseinwirkung
Aufgrund tiefgreifender Ereignisse (Todesfall, Scheidung, Arbeitslosigkeit…) kommt es bei einigen Frauen zu einer Gewichtsabnahme. Es handelt sich dabei um eine Art Zwangsdiät.

Diese Frauen können nichts mehr essen, da ihr Magen wie „zugeschnürt“ ist, doch dieser Zustand ist im Allgemeinen nur vorübergehender Natur. Bei Stress ist eher eine Gewichtszunahme zu verzeichnen. ln diesem Fall spielen verhaltensbedingte und biochemische Faktoren eine Rolle.

Verhaltensbedingte Faktoren
Da der Körper einer starken Belastung ausgesetzt ist, beginnt man zu essen, um die beängstigende Leere auszufüllen (der orale Reflex setzt sich wieder durch).
Es kommt zu folgenden Essstörungen:
– regelmäßiges Knabbern;
– starkes Verlangen nach Süßem (bis hin zur Abhängigkeit);
– Anfälle von Bulimie.

40 Wo der Frauen geben im Übrigen zu, dass sie aus Langeweile essen. Biochemische Faktoren
Stress löst zahlreiche biochemische Reaktionen im Körper aus:
– Verringerung des Wachstumshormons;
– Ausschüttung von Endorphinen;
– Ausschüttung von Cortisol.

Diese Veränderungen begünstigen die Lipogenese (auf direktem Weg oder über eine erhöhte Insulinfreisetzung).
Frauen nehmen eher an Gewicht zu als Männer, da sie stressanfälliger sind. Durch den bestehenden Mangel an Nährstoffen (Magnesium, Vitamin B6, Eisen …) reagiert ihr Organismus besonders sensibel.

Stress lässt sich jedoch durch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten auf natürliche Weise abbauen.

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